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    Lehrstuhl für Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen - Sonderpädagogik I

    Vorbereitung der Thesenpapiere

    Weil sich Studierende immer wieder Sorgen darüber machen, wie eine mündliche Prüfung bei mir abläuft, skizziere ich im Folgenden kurz meine Vorstellungen der idealen Vorbereitung Ihrer mündlichen Prüfung:

    1. Sie sind eingeladen, in meine Sprechstunde zu kommen, um mit mir über denkbare Themenfelder Ihrer Prüfung zu sprechen. Sollten Sie keine Idee haben, informieren Sie sich bitte über die Themenvorschläge. Natürlich bin ich besonders empfänglich für Fragestellungen, mit denen ich mich selbst schon intensiver beschäftigt habe. Vergleichen Sie hierzu ruhig auch meine Veröffentlichungen, die Sie auf der HP finden.
    2. Wenn Sie ein zweites Mal in meine Sprechstunde kommen wollen, weil Sie unsicher sind, wie Sie die Ergebnisse Ihrer Literaturrecherche interpretieren sollen, sind Sie herzlich willkommen, Sie können sich aber auch auf die Buchempfehlungen stützen oder die Materialien aus den besuchten Seminaren verwenden. Aktueller als Buchveröffentlichungen sind übrigens häufig Artikel aus Fachzeitschriften. 
    3. Wenn Sie dann im Verlauf des Lesens und Studierens einen Durchblick haben, formulieren Sie bitte zu jedem der Themen drei bis fünf Thesen, die vielleicht provokativ, vielleicht innovativ, vielleicht praxisbezogen oder vielleicht philosophisch aus dem Material abzuleiten sind. Die Thesen sollten nicht Alltagswissen neu, sondern interessante Schlüsse, versteckte Widersprüche oder praxisrelevante Anwendungen behaupten.
      Beispiel: Sie haben das Thema „Angst in der Schule: Ätiologie und Interventionen“ gewählt und formulieren nun folgende drei Thesen:
      a) Ein gewisses Maß an Angst kann in der Schule auch positiv zum Gelingen des Lernprozesses beitragen
      b) Rein verhaltensmodifikatorisch orientierte Interventionsverfahren sind wenig geeignet, um Schulangst wirkungsvoll zu begegnen
      c) Angst bei Schülerinnen und Schülern wird in der Schule durch die Lehrperson häufig falsch interpretiert
      Ihre Thesen haben Sie etwas spitz formuliert, weil Sie davon ausgehen, dass ich gerne mit Ihnen diskutieren will und Sie wissen, wie sie argumentieren können.
    4. Die Thesen bringen Sie einschließlich einer Liste verwendeter Literatur zur Prüfung mit (ich möchte sie nicht vorher zur Durchsicht vorgelegt bekommen!). Bitte verzichten Sie auf eine Gliederung, auf eine Auflistung der wichtigen Eckpunkte eines Themas und so weiter, derlei Hilfsmittel legen Sie und mich nur unnötig fest und verunsichern womöglich am Ende. Setzen Sie darauf, dass wir ein spannendes Gespräch unter Experten führen und ich versuchen werde, Ihre Thesen sanft aber bestimmt zu hinterfragen.
    5. Am Ende wird sich zeigen, dass Sie viel von der Theorie verstanden und gelernt haben, weil Sie sogar in der Lage waren, einem diskursiven Fachgespräch stand zu halten. Egal, ob ich Sie von Ihren Thesen abbringen konnte oder am Ende „resignieren musste“, entscheidend für die Benotung wird sein, wie Sie sich verkauft haben, sprich: Wie viel Theoriekenntnis offenbar wurde und wie Sie rhetorisch auftreten.

     

    Viel Spaß und Erfolg bei der Vorbereitung!

     

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